Bildwelten - Weltbilder

Romanische Wandmalerei in Westfalen

Ein LWL-Forschungsprojekt

 

Ein großer Glückfall für die St. Urbanus-Kirche ist die Aufnahme in eine umfassende Arbeit über romanische Wandmalerei in Westfalen, die von Dr. Anna Skriver und Katharina Heiling als Projektbearbeiterinnen im Rahmen eines LWL-Forschungsprojekts  angefertigt wurde.

 

In diesem Projekt werden erstmalig romanische Wandmalereien als herausragendes westfälisches Kulturgut systematisch wissenschaftlich erforscht. In 13 ausgewählten Kirchen, u.a. in St. Urbanus, werden vom Gerüst aus figürliche Wandmalereien erfasst, kartiert und untersucht. Ferner wurden bei allen Wandmalereien Referenzflächen bestimmt, fotografiert und restauratorisch untersucht. Diese Flächen werden im Rahmen eines Monitoring in bestimmten Zeitabständen unter gleichen technischen Bedingungen erneut erfasst und dokumentiert, sodass Schadensprozesse bereits im Entstehen erkannt und präventiv behoben werden können. Somit hat das Projekt auch die Grundlage dafür geschaffen, die Wandmalereien auch für zukünftige Generationen zu erhalten.

 

In einem 830 Seiten starken Buch mit dem Titel "Bildwelten - Weltbilder, romanische Wandmalerei in Westfalen" mit über 950 Abbildungen werden die wissenschaftlichen Forschungsergebnisse präsentiert. (ISBN 978-3-8053-5092-1, 2017 Verlag Philipp von Zabern, 69,95 Euro).

 

Sehr empfehlenswert ist der hervorragende Internetauftritt:

Bildwelten - Weltbilder, Romanische Wandmalerei in Westfalen

 

 

St. Urbanus sind in der großformatigen Veröffentlichung 50 Seiten gewidmet. Hervor-ragendes Bildmaterial vom Kirchenraum und den Malereien, Makroaufnahmen von Putz- und Pigmentstrukturen sowie genaue Kartierungen von Malerei, Schäden, Originalsubstanz und verschiedenen Restaurierungsschichten zeigen Details, die dem normalen Besucher verborgen bleiben.

 

Ausführliche Informationen zum Baukörper, der besonderen romanischen Raumfassung und der figürlichen romanischen Wandmalerei sind genauso zu finden wie Erläuterungen zur Werk- bzw. Maltechnik, der Restaurierungsgeschichte, Ikonografie und kunsthistorischen Einordnung.

 

Die ausführliche Zustandsbeschreibung und die Auswertung im Abschlussbericht haben für die Kirchengemeinde besonderen Wert, da sie für die Zukunft den Weg weisen für eine verantwortungsvolle und kunsthistorisch korrekte Restaurierung der Wandmalereien. Hervorgehoben wurden besonders die unretuschierten und erst in den 70er Jahren freigelegten Malereien in der Sakristei, die ein "unschätzbares Dokument einer romanischen, figürlichen Malerei um 1170/80" darstellen. Der überraschend geringe Verschmutzungsgrad der Gewölbe- und Wandflächen lässt eine Restaurierungsmaßnahme des gesamten Kirchenraums in nächster Zeit als nicht notwendig erscheinen. Allerdings wurden restauratorische Maßnahmen der Nordapsis (über dem Taufbecken) und der Sakristei als dringlich eingestuft. Es macht jedoch keinen Sinn, derartige Maßnahmen vor der Sanierung des Daches anzugehen, da hier die Dringlichkeit wegen massivster Schäden noch höher ist und daher Priorität hat.

 

Mit diesem Link kommen Sie direkt auf die Darstellung der St. Urbanus-Kirche im Internetauftritt des Forschungsprojekts:

 

St. Urbanus in: Bildwelten - Weltbilder

 

 

 

Förderverein der St. Urbanuskirche Weslarn [-cartcount]